Golf GTi G60 Edition One

Februar 2020: Reparatur des Traktor-G60

Eine Woche später war ich dann mit ein paar Doppel-WOBbern abends Essen…

…wo ich u.a. auch mit Alex (mad²) über meinen außer Gefecht gesetzten G60 ins Gespräch kam.

Als ich die Symptome schilderte, hatte er sofort eine Vermutung was das Problem sein könnte.

Erst kürzlich hatte Christian (easy_ci) mit seinem G60 einen ähnlich gelagerten Fall, wo dieser während eines Beschleunigungsvorgangs plötzlich nicht mehr richtig zog.

Hier lag es an etwas, dass vermutlich jeden G60 irgendwann heimsuchen wird:

Dem durch die hohe thermische Belastung spröde gewordenen Einspritzdüsenkabelbaum, der brüchig wird, reißt und so für das entsprechende Problem sorgt.

Nach der guten Erfahrung mit dem ersten gecrimpten Kontakt/Stecker und da ich noch in Erinnerung hatte, dass ein solcher Kabelbaum deutlich dreistellig kostet, hatte ich erst überlegt mir von Alex die Einkaufsliste der benötigten Teile geben zu lassen, um dann selber einen neuen Kabelbaum zu stricken…

…bis eine kurze Suche dann offenbarte, dass ein fertig konfektionierter Kabelbaum mittlerweile schon ab 60€ zu haben ist.

Da hab ich es mir einfach gemacht und gleich einen bestellt, noch bevor ich geschaut hatte, ob es überhaupt daran lag.

Vier Werktage später war der neue Einspritzdüsenkabelbaum auch schon da.

Also konnte es losgehen. Um da dranzukommen, musste die Ansaugbrücke ab. Der Kabelbaum selbst liegt geschützt in einem Plastikgehäuse. Sah auf den ersten Blick soweit noch in Ordnung aus.

Also alle Stecker einmal von den Einspritzdüsen abgezogen. Kaum hatte ich das bei der Einspritzdüse von Zylinder 4 gemacht, ist die eine Leitung direkt am Stecker abgerissen. Auch sonst waren die Leitungen schon sehr steif und teils auch brüchig.

Alles einmal schön sauber gemacht, konnte auch sogleich der neue Einsprizdüsenkabelbaum eingebaut werden.

Da beim Testen im Dezember das Zündkabel für Zylinder 1 durch Ziehen am Gummi leicht beschädigt wurde…

…hatte ich gleich einen neuen Zündkabelsatz bestellt gehabt.

Um künftig solche Verletzungen zu vermeiden, hab ich mir hierfür noch eine Langbeckzange mit Ringspitze angeschafft.

Alles wieder zusammengebaut, ging es auf die erste Testfahrt um den Block:

Leider war das anscheinend nicht der Fehler gewesen, denn der G60 klang und fuhr sich immer noch wie ein Traktor.

Gelohnt hat es sich trotzdem wie man sieht, da der Einspritzdüsenkabelbaum sonst mit Sicherheit demnächst zum Problem geworden wäre.

Neben einem neuen Einspritzdüsenkabelbaum und Zündkabelsatz, hatte ich auch eine neue Zündspule bestellt gehabt.

Also die alte Zündspule raus und die neue dafür rein.

Währenddessen hatte es in der Garage einen kleinen Knall gegeben – konnte in dem Moment aber nicht zuordnen wo das her kam.

Erst als ich zur nächsten Probefahrt aufbrechen wollte, fielen mir kleine Plastikscherben auf dem Dach auf.

Hatte sich einer der noch nicht auf LED umgestellten Halogenstrahler gewaltsam verabschiedet.

Die Überbleibsel weggeräumt, ging es dann auf die nächste Probefahrt.

Der G60 sprang jetzt viel besser als sonst an und auch die Stromversorgung laut VDO Voltmeter war bedeutend besser, aber der Motor war immer noch im Traktor-Modus.

Langsam aber sicher gingen mir die Ideen aus.

Ich hatte mir ein paar Wochen zuvor einen Kompressionstester gekauft gehabt und wollte den nun mal ausprobieren.

Da die Zündkerzen dafür sowieso raus müssen, könnte ich die ja auch mal tauschen. Neue hatte ich allerdings keine besorgt, hatte aber noch irgendwo die alten Bosch W6DP0 aufgehoben, nachdem ich ja auf die kälteren W5DP0 gewechselt hatte.

Die hab ich dann auch gefunden und erstmal mit der Drahtbürste ordentlich sauber gemacht.

Das Kompressionsmessgerät hat dann was den Druck angeht absoluten Murks angezeigt, viel zu niedrig.

Aber wenigstens hat es auf jedem Zylinder den gleichen Murks (ca. 7 bar) angezeigt, so dass die Kompression der Zylinder also vermutlich in Ordnung sein dürfte.

Als ich die Zündkerze von Zylinder 2 ausgebaut hab, gab es einen mächtigen Funkenschlag. Meine Fresse hab ich mich erschrocken!

Nachdem nun die neuen, alten Zündkerzen montiert waren, hab ich den Motor gestartet und siehe da:

Läuft wieder butterweich! Auch auf der Probefahrt wieder ein Rundlauf wie ein junger Gott.

Eine defekte Zündkerze. Dass es am Ende ein so simples Problem war, hätte ich nicht gedacht…

Das Gute aber ist, dass sich auch der Austausch der anderen Teile definitiv gelohnt hat.

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